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Freitag, 6. November 2009

2. Besuch im Casino Salzburg

In meinem letzten Post hatte ich ja versprochen, noch einen Bericht über meinen zweiten Ausflug ins Casino Salzburg zu verfassen. Here you go...

Um die Spesen im Vergleich zum letzten Mal etwas zu senken, mietete ich mir diesmal einen Wagen von Buchbinder. Dort kostet ein Kleinwagen (VW Polo, Fiat Panda o.ä.) € 29,-. Vollkasko ist schon drin (mit Selbstbehalt von € 650,-) und es gibt keine Kilometerbegrenzung. Da ich nicht vorhatte eine Vignette zu lösen, mußte ich mir noch ein Navi für € 5,- dazumieten.

Da ich diesmal gleich Cashgame spielen wollte und nicht das fürchterliche SnG für 35 Euro mit der schlechten Blindstruktur, plante ich die Fahrt so, dass ich etwa um 19:30 Uhr im Casino sein würde. Ich fuhr darum am Samstag erst gegen 18:00 Uhr los und bekam nach etwa einer Dreiviertelstunde Fahrt schon die erste Überraschung geboten: Das Navi meldete mir einen niedrigen Akkuzustand und schaltete sich ab. Yay! Also den nächsten Parkplatz angesteuert und beim Vermieter angerufen, der mir dann erklärte, dass bei meinem Auto (Fiat Panda) vermutlich die Sicherung vom Zigarettenanzünder kaputt sei. Kann man nix machen. Ich also ohne Navi weitergefahren bis kurz vor die Grenze und dann versucht es nochmal anzubekommen, was auch funktionierte. Zwar schaltete sich das Ding alle 2 Minuten wieder ab, aber ich bekam trotzdem genug Infos aus dem Teil heraus, um nicht die Mautstraßen nutzen zu müssen.

Im Casino angekommen (19:45 Uhr) war natürlich noch kein Cashgame am Laufen - nicht mal ansatzweise. Vermutlich feierten die ganzen Gambler auf irgendwelchen schrägen Halloweenparties die Auferstehung der Toten. Whatever. Etwa um 20:30 Uhr war dann endlich eine Shorthanded-Partie beisammen, allerdings nicht in der gewohnt fischigen Besetzung, sondern mit drei sautighten Internetnerds, die unentwegt ihr spieltheoretisches Know-How zum Besten gaben. Darüber hinaus ein älterer Herr mit 200,- vor sich und eine Callingstation, die ich noch von letztem Mal kannte (400,-). Im Verlauf des Abends füllte sich der Tisch wieder auf FR, aber dafür hatte sich das Feld bis um 1:00 Uhr wieder auf 4 Leute reduziert. So geht das doch nicht...

Letztendlich ist die Besetzung am Tisch auch egal, denn ich war an dem Abend so dermaßen card dead, dass es einfach nicht mehr feierlich ist. Ich habe von 20:30 Uhr bis etwa 1:15 Uhr gespielt - bei ca. 30 Händen pro Stunde macht das Pi-mal-Daumen 140 Hände. Davon habe ich aber nur gefühlte 10 gespielt.

Einmal hatte ich KQs aus UTG - normalerweise werfe ich das weg, aber ich wollte zur Abwechslung einfach mal eine Hand spielen, also raiste ich. Natürlich kam der 3-bet und ich warf weg. Gegner zeigte mir KJo.

Dann schauten irgendwann mal die Asse vorbei, ich fand auch einen Caller, aber der Pot blieb trotzdem verhältnismäßig klein. Spät am Abend, wir waren schon nurnoch zu fünft, fand ich dann zweimal kurz hintereinander AQo. Beim ersten Mal saß ich am Button, 3-bettete einen Raiser direkt vor mir und er callte. Am Flop kam das Ass, er checkte, ich bettete und er raiste mich. Nach einigem Überlegen warf ich weg und er zeigte mir AK. Beim zweiten Mal saß ich im CO, der gleiche Spieler callte, ich raiste und er shovte All-in mit etwa 300,-. Der Pot war mit ca. € 40,- noch verhältnismäßig klein und ich foldete schweren Herzens wieder. Er zeigte nochmal AK. LMAO.

Spektakuläre Wins hatte ich an dem Abend nicht, ein Pot hier, ein Pot dort, aber alles Kleinvieh, das von den Blinds und Contibets auf Missed Boards wieder aufgefressen wurde. Um kurz nach Eins strich ich dann die Segel, denn der Tisch dünnte sich immer weiter aus und ich hatte keine Lust HU zu spielen. Mein Verlust an dem Abend: € 79,-. Dazu kommen die Spesen in Höhe von € 29,- (Auto) + € 25,74 (Sprit) + € 15,- (Getränke/Zigaretten). Das Geld für's Navi habe ich zurückbekommen. Macht insgesamt € 148,74 in den Miesen. Naja, alle guten Dinge sind drei - beim nächsten Mal wird's also besser.

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Samstag, 31. Oktober 2009

Entscheidung am River

BadabummSeit geschlagenen 7.500 Händen spiele ich jetzt mehr oder weniger break-even. Meine Bankroll pendelt behutsam zwischen $900 und $1.000 hin und her. Rauf, runter, rauf, wieder runter... Narf!! Mein durchschnittlicher BB/100 Wert ist inzwischen von anfänglich >14 ptBB/100 auf kümmerliche 6.13 ptBB/100 degeneriert. Dabei versuche ich die ganze Zeit über ein ordentliches, tight-aggressives Poker zu spielen. Stats im Schnitt 20/14, womit ich eigentlich zufrieden bin. Marginalen Spots versuche ich aus dem Weg zu gehen, aber aus irgendeinem Grund läuft's trotzdem nicht. Doch heute kamen mehrere ähnliche Situationen zusammen bei deren Review mir schlußendlich einiges klar wurde.

Nichts geringeres als mein bislang dickstes und gröbstes Leak glaube ich gefunden zu haben! Ob's tatsächlich so ist wird sich in den nächsten Wochen zeigen - wenn's dann nicht endlich aufwärts geht, war's doch kein Geistesblitz . Aber zum Thema: Ich denke, mein gröbster Fehler ist, dass ich viel zu viele Lucky River Cards ausbezahle. Preflop, Flop oder Turn - auf diesen Straßen kann ich (so bilde ich mir wenigstens ein) gut einschätzen wo ich stehe und dann auch einen Fold finden, wenn ich mich hinten sehe. Am River jedoch zahle ich fast immer. Da muß mein Gegner schon ganz offensichtlich seinen Flushdraw komplettieren damit ich meine Hand ablege. In allen anderen Situationen spiele ich eher check/call, wenn ein möglicher Draw ankommt. Und zwar check/call-any.

Nachdem ich das nun losgeworden bin, geht's mir wieder besser. Heute abend geht's wieder ins Casino, mal schauen ob ich diesmal mehr verdiene als letztes Mal. Bericht folgt natürlich. Und zum Abschluß noch meine derzeitigen Stats auf NL25 zu eurer Begutachtung:

Die Lowroller Stats

So long!

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Sonntag, 25. Oktober 2009

Pokertracker 3 weiß mehr als ihr denkt

SQL GeekObwohl sicherlich jeder Pokerspieler eine eigene, mehr oder weniger konkrete Vorstellung von seinem A-Game hat, ist es unwahrscheinlich, dass man sich tatsächlich immer an diesen Plan hält. Verschiedenste Faktoren beeinflussen unsere Art und Weise zu spielen: Z.B. führt Müdigkeit häufig zu looserem Spiel als optimal. Und nach einer Reihe von Beats (oder was manche dafür halten) spielen viele Leute ängstlicher, d.h. passiver und oft auch tighter. Umgekehrt putscht eine sehr gut laufende Session dermaßen auf, dass der glückliche Spieler sich infolgedessen wie Superman fühlt und wesentlich mehr Hände deutlich aggressiver spielt.

In welchem Maße diese unterschiedlichen Gemütszustände unser Spiel beeinflussen hängt sicherlich von der Disziplin des jeweiligen Spielers ab, aber dass sie uns beeinflussen, ist eine unumstößliche Tatsache. Demzufolge müsste jeder von uns, der seine Hände trackt, Zeiträume ausmachen können in denen er mal etwas looser spielte und mal etwas tighter. Mal etwas aggressiver, mal etwas passiver. Wäre es nicht interessant, diese Zeiträume zu identifizieren und zu untersuchen, was uns dazu bewogen hat von unserem A-Game abzuweichen? Und wäre es nicht auch interessant, zu sehen welche verschiedenen Spielstile wir im Repertoir haben und wie erfolgreich wir mit diesen sind?

Ich denke schon, aber leider ist eine solche Analyse mit den Bordmitteln von Pokertracker derzeit nicht machbar. Zwar kann man sich VPIP und PFR über einen bestimmten Zeitraum anzeigen lassen, aber wenn man mehrere Zeiträume miteiander vergleichen will, muss man jedesmal den Filter manuell auf den gewünschten Zeitraum einstellen und sich die Ergebnisse handschriftlich oder in einem externen Editor notieren - nicht gerade komfortabel.

Natürlich heißt das nicht, dass es unmöglich ist, die gewünschten Informationen aus der Datenbank zu extrahieren, sondern nur dass man dazu ein wenig Know-How benötigt ;). Da ich dieses Know-How besitze, möchte ich euch im Folgenden zeigen wie es geht. Ihr werdet dazu (wenn ihr denn wollt) eine Abfrage direkt auf der Pokertracker 3 Datenbank ausführen und auf diese Weise an Informationen gelangen, an die man normalerweise nicht herankommt.

Also dann ans Werk: Öffnet zunächst das pgAdminIII Programm eurer PostgreSQL Datenbank. Ihr findet dieses Programm entweder im Startmenü oder direkt im Installationsverzeichnis von PostgreSQL:
C:\Program Files\PostgreSQL\8.3\bin\pgAdmin3.exe
Wenn ihr das Programm gestartet habt, seht ihr auf der linken Seite eine kleine Baumstruktur (screenshot), deren oberstes Element euer lokaler Server ist. Darunter liegt der PostgreSQL Datenbank Server, dessen Icon aber mit einem roten X gekennzeichnet ist. Das bedeutet, ihr seid noch nicht mit dem Server verbunden. Um das zu ändern, doppelklickt ihr auf das Symbol. Ihr werdet anschließend nach einem Passwort gefragt (screenshot) - es handelt sich dabei um das Passwort, das ihr damals bei der Installation des PostgreSQL-Servers bzw. des Pokertracker Tools definiert habt.

Wenn ihr nun mit dem Server verbunden seid, verschwindet das rote X und die Baumstruktur wird um einige Elemente erweitert. Eines dieser Elemente ist "Datenbanken (2)" (screenshot). Dieses Element erweitert ihr durch einen Klick auf das Plus-Symbol. Es erscheinen zwei weitere Elemente und eines davon ist eure Pokertracker Datenbank. Bei mir heißt sie "PT3 DB", bei euch kann sie aber auch anders heißen. Das Symbol der PT3-Datenbank hat wieder ein rotes X auf dem Icon (screenshot), aber diesmal braucht ihr kein Passwort - doppelklickt einfach darauf, um euch mit der Datenbank zu verbinden.

Ein eventuell aufpoppendes Fenster könnt ihr durch Klick auf Abbrechen wieder schließen. Selektiert nun den Eintrag der Pokertracker Datenbank auf der linken Seite. In der Toolbox direkt unter der Menüleiste wird nun ein Icon, das vorher ausgegraut war, verfügbar (screenshot). Es steht direkt rechts neben dem Mülleimersymbol und wenn man mit der Maus darüberfährt erscheint der Tooltip "Beliebige SQL-Abfragen ausführen". Klickt auf dieses Symbol - es öffnet sich ein neues Fenster, das ungefähr so aussieht. In dieses Fenster (oberer linker Abschnitt) kopiert ihr nun den folgenden Code:

select
  grpstat.player_name as Player,
  sum(grpstat.cnt_hands) as Hands,
  grpstat.vpip as VPIP,
  grpstat.pfr as PFR,
  floor(
    sum(
      grpstat.bb_won
    )
  ) /
  sum(
    grpstat.cnt_hands
  ) * 100
  as BB_100
from
  (
    select
      grp24h.player_name,
      grp24h.cnt_hands,
      case grp24h.vpip < 5
        when true then '0 - 5'
        else  
          case grp24h.vpip >= 5 and
               grp24h.vpip < 10
          when true then '5 - 10'
          else
            case grp24h.vpip >= 10 and
                 grp24h.vpip < 15
            when true then '10 - 15'
            else
              case grp24h.vpip >= 15 and
                   grp24h.vpip < 20
              when true then '15 - 20'
              else
                case grp24h.vpip >= 20 and
                     grp24h.vpip < 25
                when true then '20 - 25'
                else
                  case grp24h.vpip >= 25 and
                       grp24h.vpip < 30
                  when true then '25 - 30'
                  else
                    case grp24h.vpip >= 30 and
                         grp24h.vpip < 35
                    when true then '30 - 35'
                    else
                      case grp24h.vpip >= 35 and
                           grp24h.vpip < 40
                      when true then '35 - 40'
                      else '>= 40'
                    end
                  end
                end
              end
            end
          end
        end
      end as vpip,
      case grp24h.pfr < 5
        when true then '0 - 5'
        else
          case grp24h.pfr >= 5 and
               grp24h.pfr < 10
          when true then '5 - 10'
          else
            case grp24h.pfr >= 10 and
                 grp24h.pfr < 15
            when true then '10 - 15'
            else
              case grp24h.pfr >= 15 and
                   grp24h.pfr < 20
              when true then '15 - 20'
              else
                case grp24h.pfr >= 20 and
                     grp24h.pfr < 25
                when true then '20 - 25'
                else
                  case grp24h.pfr >= 25 and
                       grp24h.pfr < 30
                  when true then '25 - 30'
                  else
                    case grp24h.pfr >= 30 and
                         grp24h.pfr < 35
                    when true then '30 - 35'
                    else
                      case grp24h.pfr >= 35 and
                           grp24h.pfr < 40
                      when true then '35 - 40'
                      else 'pfr >= 40'
                    end
                  end
                end
              end
            end
          end
        end
      end as pfr,
      grp24h.bb_won
    from
      (
        select
          player.player_name,
          date(hstat.date_played) as date,
          count(hstat.id_hand) as cnt_hands,
          cast(sum(
            case hstat.flg_vpip
              when true then 1
              else 0
            end
          ) as decimal)/count(hstat.id_hand)*100 as vpip,
          cast(sum(
            case hstat.cnt_p_raise > 0
              when true then 1
              else 0
            end
          ) as decimal)/count(hstat.id_hand)*100 as pfr,
          sum(
            hstat.amt_won /
            (hlim.amt_bb * hlim.val_nlpl_mult)
          ) as bb_won
        from
          holdem_hand_player_statistics as hstat,
          holdem_limit as hlim,
          player
        where
          hstat.id_limit = hlim.id_limit and
          hstat.id_player = player.id_player and
          player.player_name = 'DEIN-NAME-HIER'
        group by
          player.player_name,
          date(hstat.date_played)
        order by
          date desc
      ) as grp24h
  ) as grpstat
group by
  grpstat.player_name,
  grpstat.vpip,
  grpstat.pfr
order by
  BB_100 desc

Ihr braucht keine Angst zu haben, dass ihr eure Datenbank durch das Ausführen dieser Anweisungen beschädigt - es handelt sich lediglich um eine Abfrage, d.h. es werden keine Änderungen vorgenommen. Wenn ihr mir nicht vertraut, dann macht einfach vorher ein Backup von eurer Datenbank (Rechtsklick auf das PT3-DB Symbol, dann Backup klicken).

Bevor ihr die Abfrage ausführt, müsst ihr noch an der Stelle wo "DEIN-NAME-HIER" steht euren eigenen Nickname eintragen. Achtet dabei bitte auf die Groß-/Kleinschreibung, denn wenn ihr den Namen falsch eingebt, wird die Abfrage kein Ergebnis liefern. Wenn ihr soweit seid, klickt ihr auf den kleinen grünen Play-Pfeil (screenshot).

Je nachdem wie groß eure Datenbank ist, kann es nun einige Sekunden bis Minuten dauern bis ihr ein Ergebnis bekommt. Das Ergebnis wird im unteren Teil des Fensters angezeigt und sollte ungefähr so aussehen. Zur Interpretation:

Die Abfrage gruppiert zunächst alle von euch gespielten Hände (unabhängig vom gespielten Limit) und berechnet für jeden Tag an dem ihr gespielt habt den VPIP und den PFR. Eine Analyse auf Multitable-Sessionbasis wäre auch möglich, ist aber etwas komplizierter. Anschließend ordnet die Abfrage diese Tage in Gruppen ein: Habt ihr z.B. über alle an einem bestimmten Tag gespielten Hände einen VPIP von 22% und einen PFR von 17% gehabt, dann wird dieser Tag als VPIP 20-25, PFR 15-20 getagged. Andere Tage werden entsprechend anders getagged. Das Ergebnis der Abfrage präsentiert euch jetzt wieviele Hände ihr mit einer bestimmten VPIP/PFR Range gespielt habt und wie gut ihr damit abgeschnitten habt. Konkret zur Interpretation des Screenshots: Ich habe die meisten Hände (nämlich 6517) mit einem VPIP zwischen 15 und 20 sowie einem PFR von 10-15 gespielt und dabei durchschnittlich 14.27 BB/100 verdient.

Wenn ihr statt des gesamten Codes nur den blau hinterlegten Teil ausführt, dann bekommt ihr eine Auflistung aller Tage an denen ihr gespielt habt und für jeden Tag den durchschnittlichen VPIP/PFR.

Ich hoffe das war alles einigermaßen verständlich und vor allem, dass ihr mit dem Ergebnis der Abfrage etwas anfangen könnt. Ich persönlich finde das Ergebnis durchaus interessant und hilfreich (es bestätigt unter anderem die Annahme: "Tight is right."

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Montag, 12. Oktober 2009

Poker im Casino Salzburg

Casino SalzburgAm Samstag Abend war ich im Casino Salzburg, um dort meine Liveskills im Cashgame auf die Probe zu stellen. Die Blinds im Casino stehen bei 2€/4€ was für einen armen NL25-Onlinedonk wie mich schon ziemlich happig ist. Aber ich habe ja bereits in meinem vorherigen Post gestanden, dass ich es mit dem Bankrollmanagement in letzter Zeit nicht so genau nehme ;). Darum habe ich mir mal 800,- Flocken (200BB) als Budget gesetzt und mich damit ins Getümmel gestürzt.

Am Samstag Nachmittag setzte ich mich also in den Zug und düste ab nach Salzburg. Da ich eine lange Nacht erwartete, ging ich natürlich nicht davon aus, noch am gleichen Abend einen Zug nach Hause zu bekommen. Darum war meine erste Amtshandlung in Salzburg, erstmal die Hotels abzuklappern. Erstaunlich schnell, schon beim zweiten Anlauf, fand ich ein nettes, kleines Hotel, das noch ein Zimmer für mich frei hatte. Im Voraus bezahlt, rasch meine Tasche aufs Zimmer gebracht und ein Sacko übergeworfen (Sacko ist Pflicht im Casino). Dann wieder runter und in ein Taxi gestiegen, das mich zum Casino kutschierte.

Das Casino befindet sich im Schloß Klessheim etwas ausserhalb von Salzburg. Da ich noch nicht in so vielen Casinos war, genaugenommen zum erstenmal überhaupt, kann ich nicht beurteilen ob das Ambiente mit dem anderer Casinos mithalten kann. Ich fand es von innen und außen jedenfalls ganz nett, aber nicht überragend.

Im Casino angekommen verabschiedete ich mich mental von meinem Geld und ging dann zur Kasse. Dort mußte ich erstmal den Eintritt lappen, der aber genaugenommen kein richtiger Eintritt ist, sondern eher eine Art "Mindestverzehr" ;): 32,- € zahlt man und bekommt dafür Chips im Wert von 35,- €. Diese muss man in jedem Fall zum Spielen verwenden, da sie eine andere Farbe als die regulären Chips haben und beim Verlassen des Casinos nicht mehr in Bargeld umgetauscht werden können. Erst wenn man beim Spiel gewinnt bekommt man reguläre Chips zurück, die man sich auch auszahlen lassen kann.

Also nach oben gestiefelt, für 500,- € Chips eingekauft und die Pokerabteilung aufgesucht. Da ich ziemlich genau um 19:00 Uhr dort war, startete gerade eine Reihe von SnGs. Auf meine Frage ob es bereits Cashgames gebe, antwortete mir der Floorman, dass die Cashgames erst nach den Turnieren starten würden. Zumal ich keine Lust hatte, 1-2 Stunden dumm rumzusitzen, biss ich in den sauren Apfel und kaufte mich für 35 € in eines der SnGs ein. Im Nachhinein betrachtet wäre es vermutlich besser gewesen, die 35 € beim Roulette einzusetzen, da die Blindstruktur mit 20BB Startstack und Erhöhung alle 10 Minuten für mich unspielbar war. Meine beste Starthand während des Turniers war glaube ich ATo und so foldete ich mich rasch zur Push-Fold-Phase, die ich dank unglaublich vieler Caller nicht lange überstand (Platz 5 von 8).

Trotz meines schlechten Abschneidens beim Turnier möchte ich es mir nicht nehmen lassen, ein wenig über das unterirdisch schlechte Spielniveau meiner Kontrahenten zu lästern: Es wurde gelimpt was das Zeug hielt, geminbettet und geminraised. Flop-Bets in Höhe eines einzigen BB aus früher Position in einen 5-way Pot waren keine Seltenheit. Eine junge Dame zu meiner Rechten war offenbar nichtmal der Spielregeln mächtig, da sie mehrfach openfoldete (gerne auch aus dem BB). Einige Hände später, Blinds 100/200, ging sie dann Allin mit 600 Chips nachdem vor ihr ein Spieler auf 400 geminraised hatte. Der Smallblind foldete, der Bigblind callte und der initiale Raiser... foldete! Er hätte noch 200 in einen 1500er Pot bringen müssen, aber nee, das war ihm zu viel. Ein leises Kopfschütteln konnte ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen...

Wie dem auch sei, das Turnier war für mich um 19:45 Uhr zu Ende, ich weiß nichtmal mehr welche Hand ich zuletzt hatte. Der Floorman meinte, um etwa 20:00 Uhr hätte er vermutlich genug Leute für einen Cashgametisch zusammen, also schnappte ich mir die aktuellste Ausgabe des Cardplayer Magazins, das auf den Fenstersimsen auslag, ging damit zur Bar und bestellte eine Apfelschorle. 4,30 € für 0,5l Apfelschorle plus Trinkgeld sind nicht grade günstig, aber egal.

Pünktlich um 20:00 Uhr ging ich wieder zurück, um zu schauen ob es jetzt endlich losgehen kann und tatsächlich hatte sich eine stattliche Gruppe in der Nähe des Cashgametisches versammelt. Nach ca. 15 Minuten hatte der Dealer es sich bequem gemacht und der Floorman uns unsere Plätze zugewiesen. Interessanterweise schienen die meisten der Anwesenden nicht selbst spielen, sondern lediglich dem Schauspiel beiwohnen zu wollen. Somit haben wir zu Beginn gerademal einen einzigen Cashgametisch am laufen gehabt und der war auch nur mit acht Leuten besetzt (2 Plätze frei). Später am Abend waren bis zu drei Tische offen, allerdings nur für kurze Zeit - die meiste Zeit über waren es zwei Tische mit je 7-8 Spielern.

Nun gut, das Spiel beginnt. Ich hatte erwartet, dass ich deutlich aufgeregter sein würde, weil ich mit einer ungewohnt hohen Summe spiele. Tatsächlich war ich aber ziemlich relaxed. Nichtsdestotrotz brauchte ich noch ein halbes Stündchen bevor ich mich an die Eigenschaften des Livegames gewöhnt hatte, insbesondere an die Notwendigkeit, die Potsize im Kopf mitzurechnen. Später flutschte das aber ganz gut: Einmal recht spät am Abend fragte ein Spieler den Dealer nach der Größe des Pots woraufhin dieser antwortete: "140, so ungefähr." Da war ich einigermaßen stolz auf mich selbst, weil ich mir sicher war, den exakten Betrag zu kennen .

Darüber hinaus kannte ich anfangs natürlich keinen meiner Gegner, während diese sich aber teilweise schon beim Vornamen riefen. Im Laufe des Abends lernte ich die Herrschaften aber einigermaßen gut kennen und kann nun mit Fug und Recht behaupten, dass es fast alles sehr angenehme Zeitgenossen sind - pokertechnisch gesehen. Hier mal die Profile der interessantesten Kandidaten:

Mr. Anorexia - Ein vermutlich grade volljährig gewordener, furchtbar dünner Bursche, der in einem für ihn viel zu großen Konfirmantenanzug daherkam. Er kaufte sich insgesamt bestimmt drei oder vier mal ein für jeweils 100 € und spielte konsequent loose-passive. Er trank zuviel Bier und schnitt postflop inmer Grimassen oder schlug die Hände vorm Gesicht zusammen, so dass man wenig Mühe hatte, die Stärke seiner Hand einzuschätzen.

Mr. Big - Ein türkisch aussehender, etwa 22-jähriger Kerl mit blonden Strähnchen im Haar und einem schwarzen Seidenhemd, das er fast bis zum Bauchnabel aufgeknöpft hatte - vermutlich damit man seinen Schmuck besser begutachten konnte. Nach eigenem Bekunden spielt er online $300/$600, an diesem Abend kaufte er sich aber nur für 100 € ein (25 BB). Mit denen schaute er sich dann jeden (und ich meine jeden) Flop an und check-callte auch danach gerne nochmal die eine oder andere Flopbet bevor er seine Hand entnervt aufgab. Preflop geraised hat er am ganzen Abend nicht ein einziges Mal, auch Hände wie AKs oder QQ nicht. Erwartungsgemäß ging er auf diese Weise recht schnell pleite und legte nochmal 100 € nach. Mit denen donkte er sich dann irgendwie auf 500,- hoch, verlor aber im Laufe des Abends alles.

Mr. Chubby - Ein ca. 55-jähriger, dicker Typ mit osteuropäischem Akzent und einer wirklich prallen Brieftasche: Er kaufte sich für 2000,- € ein, hatte aber noch mehr im Portemonnaie. Ich tippe daher auf Puffbesitzer. Er spielte sehr aggressiv und anfangs hatte ich den Eindruck, er sei auch ziemlich loose - dieser Eindruck verflog jedoch, da er später deutlich tighter wurde und am Showdown niemals Crap zeigte. Er war daher der einzige wirklich ernstzunehmende Spieler am Tisch.

Mr. Distracted - Ein junger Mann, vielleicht 25, der sich mehr für das Fussballspiel Österreich vs. Litauen zu interessieren schien als für die Action am Tisch. Da er etwas spät dran war, bekam er nurnoch einen Platz bei dem er den Fernsehschirm im Rücken hatte, so dass er sich während des Spiels dauernd umdrehen musste. Nichtsdestotrotz war sein Preflopspiel im Vergleich zu dem anderer Spieler garnicht mal schlecht: Einigermassen tight und er wusste sogar wie man raised. Postflop spielte er aber nurnoch fit-or-fold. Er kaufte sich (wie ich) für 500 € ein und konnte diesen Stack auch einige Zeit stabil halten, bis er irgendwann später am Abend mit einem geflopten Set gegen Runner-Runner-Straight ca. 300 € verlor und sich von diesem Beat nicht mehr erholte. Seine Freundin saß die ganze Zeit über hinter ihm und schaute zu - keine Ahnung, wie sie diese Langeweile aushalten konnte.

Die anderen Spieler am Tisch waren recht unauffällig - sie sprachen nicht viel und waren vorwiegend von der loose-passive Sorte. Insgesamt waren es deutlich mehr Fullstacks am Tisch als ich erwartet hatte.

Eine meiner ersten Hände am Abend war AJs im CO. Nachdem vor mir zwei Limper ihren Einsatz gebracht hatten, raiste ich auf 20 oder 24 Euronen. Mr. Chubby callte mich aus dem Big Blind, alle anderen foldeten. Der Flop brachte 246 rainbow, Chubby checkte und ich machte den Conti (30 oder 40 Euro, weiß nicht mehr genau). Daraufhin insta-raiste er mich auf 80 € und ich callte ihn. Am Turn kam eine 7 oder 8 und er bettete 120 € in mich rein woraufhin ich die Hand (nach ein wenig Hollywood meinerseits) ablegte. Er zeigte mir dann den geflopten Nutstraight mit 53o. Nh, Sir.

Nach dieser Hand war ich ungefähr auf 400 € down, konnte mich aber in relativ kurzer Zeit wieder auf 700 € hocharbeiten. Die dazugehörigen Hände waren wenig spektakulär, glaube einmal war es TPTK bis zum River und einmal ein Contibet am Flop. Dann kam eine Durststrecke in der ich nur am folden war bis ich irgendwann 76s im CO-1 auf der Hand hielt. Weil vor mir nur ein einziger Limper saß, entschied ich mich, diese Hand zu raisen. Ein Blind und der Limper callten, checkten aber beide den A35er rainbow Flop. Also machte ich eine Conti, der Blind foldete und der Limper callte. Turn war irgendwas in Pik und im Flop lag auch schon ein Pik. Da ich den Limper auf ein schlechtes Ass setzte (von dem ich nicht glaubte, dass er es ablegen würde) checkte ich den Turn behind. Der River war die fehlende 4 für meinen Gutshot, leider aber auch das dritte Pik. Ich war aber immernoch überzeugt, dass er ein Ass spielt und nicht gerade einen Runner-Runner-Flush gemacht hatte. Also setzte ich auf seinen Check nochmal den Pot, das waren 120 €. Er überlegte etwas und minraiste mich auf 240 €. Da hatte ich schon ein ziemlich ungutes Gefühl, entschied mich aber trotzdem für den Call. Er sagte "Straight" und ich freute mich schon, aber dann deckte er AK in Pik auf. Er hat's überhaupt nicht gerallt - der Dealer mußte ihm erst erklären, dass er einen Flush hat. Dankeschön, über 300 € weg.

Ich war also wieder down auf 400 € und kaufte nochmal für 100 € Chips, um nicht so bald unter 100 BB zu fallen. Nach dieser sehr unschönen Hand verlief der Rest des Abends aber verhältnismäßig unspektakulär: Ich foldete mir nen Wolf, bekam aber auch hier und da mal etwas brauchbares, so dass ich zum Schluß (um 2:30 Uhr) wieder 980 € zählen durfte. Also 6,5 Stunden gespielt und 380 € im Plus abgeschlossen. Ein bischen enttäuschend fand ich dieses Ergebnis schon, aber setzt man ca. 30 Hände pro Stunde an, dann macht das schließlich immernoch eine Winrate von 25 ptBB/100 Hände, was mich dann doch wieder etwas aufmuntert. Nach Abzug der Spesen (siehe Rechnung unten) blieben mir 210 € echter Profit übrig.

Gewinn-/Verlustrechnung

Anreise mit dem EC, Bahncard 50 14,50 (-)
Übernachtung im Hotel + Frühstück 58,00 (-)
Taxi zum Casino inkl. Trinkgeld 17,00 (-)
Eintritt Casino 32,00 (-)
Willkommenschips 35,00 (+)
Buy-in für SnG 35,00 (-)
0,5l Apfelschorle + Trinkgeld 5,00 (-)
Buy-ins für Cashgame 600,00 (-)
0,5l Apfelschorle, Zigaretten und Trinkgeld 10,00 (-)
Cashout 980,00 (+)
Taxi zum Hotel inkl. Trinkgeld 16,00 (-)
Rückfahrt mit RJ, Bahncard 50 16,50 (-)
Feuerzeug verloren 1,00 (-)
Gewinn/Verlust +210,00

170 € Spesen ist natürlich ziemlich viel. Ich denke, beim nächsten Mal werde ich mir ein Auto mieten und dafür das Hotel sparen - dann kann ich die Kosten für so einen Trip sicher auf unter 100 € drücken. Außerdem komme ich in Zukunft etwas später, so dass ich gleich Cashgame spielen kann und nicht mehr dieses fürchterliche Turnier mitmachen muss. Dass es ein nächstes Mal geben wird steht außer Frage, da ich das Spiel als ausgesprochen soft wahrgenommen habe und mir das ganze auch großen Spass bereitet hat. Vielleicht fahre ich schon kommenden Samstag wieder rüber - man wird sehen.

weiterlesen...

Mittwoch, 30. September 2009

Timed out

TimeoutOha, ein Post! Acht Monate habe ich hier nichts mehr gepostet und eigentlich war ich sogar überzeugt, dass ich garnicht mehr zu diesem Blog zurückkehre. Aber heute sitze ich im Bordbistro des ICE 527 nach München und die Langeweile droht mich aufzufressen. Also klicke ich mich zunächst etwas lustlos durch die Kommentare meines alten Blogs und je mehr ich davon lese desto drängender wird die Frage in mir: "Ey du Honk, warum haste eigentlich aufgehört zu bloggen??"

Die Antwort ist einfach: Anfang Februar habe ich eine Stelle als Softwareingenieur bei einer mittelständischen Firma angenommen. Gegenüber der Miniklitsche bei der ich vorher gearbeitet habe bedeutete das vor allem gehaltstechnisch eine deutliche Verbesserung für mich. Leider auch mehr Arbeit und einen wesentlich längeren Arbeitsweg: Vorher 10 min per pedes, jetzt 70 min per öffentlichem Nahverkehr. Darum war ich bis ungefähr Ende Juni abends einfach zu geschlaucht, um noch zu zocken, geschweige denn zu bloggen. Dass ich nichtmal einen Post zustande gebracht habe, der meine aktuelle Situation kurz darlegt ist natürlich eine Schweinerei und ich habe volles Verständnis für jeden, der jetzt sagt, dass er meinen Blog garnicht mehr lesen mag.

Interessant finde ich allerdings den durchschlagenden Erfolg meines PT3 HUD Tutorials, das mir immerhin 20 Leser pro Tag beschert und mich trotz der langen Inaktivität bei Muckhands.com in den den oberen Rängen hält. Inzwischen ist das Tutorial meiner Meinung nach garnicht mehr sooo interessant, weil es zum einen nicht mehr ganz up-to-date ist und zum anderen das eingebaute HUD von Pokertracker jetzt wirklich alles enthält was man sich so wünschen kann und auch höchst übersichtlich ist. Da das Interesse so groß ist, werde ich das Tutorial aber bei Gelegenheit mal auf den neuesten Stand bringen und vielleicht gibt's ja irgendwann auch mal ein ganz neues. Z.B. zum Thema Custom Reports.

So, genug gelabert - was hat sich bei mir pokertechnisch getan? Wie gesagt, einige Monate war ich inaktiv, aber jetzt spiele ich wieder regelmäßig. Anfangs habe ich einige Sessions auf meinem alten Limit (NL10) gespielt und bin dabei ca. fünf Stacks up gekommen. Dann wurde ich übermütig und habe meine früheren Cashouts von knapp $300 wieder eingecasht, um mit den insgesamt fast $475 NL25 zu spielen. Meinen Multitablefaktor habe ich allerdings auf 2 reduziert und außerdem den Pokertracker abgeschaltet. Mit anderen Worten: Völlig underrolled und ohne Stats bin ich auf das nächste Limit gegangen.

Den Pokertracker habe ich vor allem deshalb abgeschaltet, weil ich mich zwingen wollte, mehr auf die Bettingpatterns der Spieler zu achten und nicht bloß auf ihre Stats. Inzwischen nutze ich das HUD wieder, aber rückblickend muß ich dennoch sagen, dass diese Selbsteinschränkung eine sehr gute Idee war: Meine Winrate auf NL25 liegt bei 10 ptBB/100 über ~9k Hände und ich stehe jetzt bei $924.70, mein Peek waren $981.00. Allerdings muss ich gestehen, dass ich sehr viel Glück hatte: Mein All-In Performance Graph bescheinigt mir eine Differenz zwischen meinen realisierten und erwarteten Gewinnen von fast $100 zu meinen Gunsten.

Derzeit ist mal wieder so eine Break-Even-Phase am laufen, aber die wird auch irgendwann vorbei sein - wenn ich dann auf $1.500 BR stehe, überlege ich auf NL50 zu gehen. Allerdings ist diese Entscheidung noch nicht wirklich in trockenen Tüchern. Weiter NL25 grinden bis $2.500 zusammen sind wäre auch eine Option...

So long.

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Samstag, 7. Februar 2009

Kack mir ins Maul

Happy ShitAls gewissenhafter Blogger, der sich stets um neue Leser bemüht, bin ich natürlich auch an SEO-Techniken (Search Engine Optimization für die Uneingeweihten) zur Verbesserung meines Googlerankings sehr interessiert. So kommt es, daß ich gelegentlich die Suchphrasen auswerte über die Leute von Google zu meiner Seite finden. Bei der heutigen Durchsicht sind mir einige Stilblüten ins Auge gestochen, die ich euch nicht vorenthalten will:

  1. wo kann ich mich beschweren wegen lotto verbot im internet regierung - Bei dieser ausführlichen Suchphrase findet man mich auf Platz 5 der Google-SERPs. Vermutlich eine besorgte Ehefrau, die ihren Mann vor der Spielsucht bewahren will indem sie die bösen Internet-Lottoanbieter verpfeift.
  2. ich kacke mir gerne auf die hand - Das ist krass und was immer er da gesucht hat, ich hoffe er hat professionelle Hilfe gefunden. Ihr findet meinen Blog an Position 6.
  3. kack mir ins maul - Yay, 2 Girls 1 Cup, oder was? Ich dachte das wäre ausgestanden. Mein Blog an Position 8.
  4. kack im stehen - Nicht ganz so spektakulär, in so manchem öffentlichen Klo vermutlich sogar die bessere Alternative. Hier stehe ich auf Platz 9.
In diesem Sinne, ein Hoch auf Google!

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Freitag, 6. Februar 2009

NL2 Shark

NL2 SharkOffenbar war es eine gute Idee mal einen Monat Pokerpäuschen einzulegen, das Buch vom David zu lesen und einen Schritt rückwärts (von NL10 nach NL2) zu tun. Auf NL2 grindet es sich ganz wunderbar, ich fühl mich fast wie ein Shark. Ok, ein bischen lächerlich ist es schon, ich geb's zu, aber es tut wirklich saugut, mal wieder mehr als 2 Sessions hintereinander im Plus abzuschließen. Außerdem bin ich zuversichtlich, daß mir das neugewonnene Selbstvertrauen auch auf NL10 zu Gute kommen wird. Und da meine NL2-Bankroll sich derzeit mit bemerkenswerten 20.84 ptBB/100 (über 6824 Hände) fortentwickelt dürfte der Aufstieg wohl nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

BB Won 02/07/2009Vermutlich (leider) sind die 20.84 ptBB/100 nicht auf Dauer zu halten, aber ich habe trotzdem die Hoffnung, daß ich mich auf NL10 mit ähnlich solider - und vor allem konstanter - Winrate durchsetzen kann. Tatsächlich hat sich ich meine Spielweise im Vergleich zu letztem Jahr von Grundauf geändert - mit dem nittigen ps.de Style habe ich mich immer wie ein Bot gefühlt, der einfach ein Programm abspult: AJ, nh, oh ein Raise, fold. 98s, Middle Position, fold. KQs in UTG, fold. Näh, Sklansky sei Dank, mein Style auf NL2 heißt 35/20 und macht Spaß. Auf NL2 sitzen die Leute ja auch mit 250 BB am Tisch, wozu also preflop solche Vorsicht? Das einzige was hier zählt ist Position und Aggression. Auf NL10 muß ich dann vielleicht doch wieder etwas tighter spielen (nurnoch 100 BB und mehr Shorties), aber definitiv nicht so tight wie früher. Vielleicht 25/15, auf keinen Fall tighter.

Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, mir nen Kommentar zu schreiben, 6,8k Hände seien noch keine Samplesize und ich hätte grade den Swing meines Lebens: Lass stecken! Ich bin jetzt unter die Optimisten gegangen, und sollte NL10 wider Erwarten doch ein Griff ins Klo werden, so gehe ich eben NL2 grinden bis ich graue Haare hab. Wayne.

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